Strumpfbandnattern ... die Gattung Thamnophis aus der Familie Culubridae in der Ordnung Squamata |
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Unter der Bezeichnung Strumfband- und Bändernattern findet sich
eine äußerst heterogene Gattung von Schlangen. Leider wird
sie noch immer von vielen Haltern, Händlern und selbst in der Studie
über "Die Mindestanforderungen an die Haltungsbedingungen von
Reptilien" der DGHT in Zusammenarbeit mit dem BNA wie eine einzige
homogene Art behandelt. |
| Das birgt die Gefahr alle Vertreter der Gattung, die nicht den Eigenschaften der vermeintlichen Art entsprechen grundsätzlich falsch zu pflegen. Einmal davon abgesehen, dass sich die Gattung in 30 Arten mit über 60 Unterarten aufspaltet, die wiederum in zahlreichen Farbvarianten und Lokalformen unterschieden werden können, entspräche allein die Verbreitung in Nord- Süd Richtung übertragen auf Europa und Afrika einer Verbreitung von Oslo im Norden bis nach Guinea, Nigeria oder Äthiopien im Süden. In Ost- West Richtung erstreckt sich das Verbreitungsgebiet von Küste zu Küste. Damit ist Ihr Verbreitungsgebiet größer und vielfältiger als das der Gattung Natrix in Eurasien und Nordafrika. | ![]() |
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Das in solch einem Gebiet Anpassungen an verschiedene Klimate, Habitate Prädatoren und Beuteresourcen erforderlich ist erscheint offensichtlich. Obwohl in Europa nur vergleichsweise wenige Arten/ Unterarten verfügbar sind, sind bei der Haltung verschiedener Species leicht die Unterschiede zu erkennen. Wärmebedarf, Badebedürfnis, Futteraufnahme, Aktivitätszeiten und Jahresrhythmus weichen zum Teil stark voneinander ab. Zusätzlich sind deutliche Unterschiede in Aktivität, Neugierde, Fluchtbereitschaft und Abwehrverhalten erkennbar. |
| Generell scheinen fast alle Vertreter der Gattung sehr anpassungsfähig zu sein und können so Fehlhaltungen in erheblichem Umfang tolerieren. Dies hat sicherlich zu einer Vereinheitlichung der vermeintlichen Haltungsansprüche beigetragen. Eine sichere Beurteilung der Haltungsbedingungen ist äußerst schwierig, da sich die Tiere auch in einem subobtimalen Umfeld erfolgreich vermehren und auch die Lebensdauer, wenn sie denn dokumentiert wird von vielen Faktoren abhängig ist. Selbst eine Orientierung an Klimadaten und Beobachtungen aus den Verbreitungsgebieten ist nicht immer hilfreich, da die Tiere in der Natur Schwankungen in den Umweltbedingungen durch Wanderung und Anpassung von Aktivitätszeiten auszugleichen vermögen. Darüber hinaus besetzten die Arten in extremen Klimaregionen spezielle Habitate. | ![]() |
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Ein reger Austausch über Haltungserfolge und Misserfolge zwischen den verschiedenen Züchtern ist darum ebenso wichtig wie die intensive Beobachtung gehaltener Tiere. Dem Ruf als "Idealtiere" für Anfänger werden sicher nur Tiere einzelner Unterarten gerecht. Die meisten Arten verlangen vom Pfleger ein umfangreiches Fachwissen und Haltungserfahrung. Besonders die Pflege der selteneren Arten wird zusätzlich durch eine meist schleichende Inzuchtdepression erschwert, da alle Nachkommen einer meist kleinen Ausgangsgruppe immer wieder zur Zucht herangezogen werden, Herkunft und Verwandschaftsgrad angebotener Tiere unvollständig oder gar nicht bekannt sind und eine Selektion nach Vitalität nicht stattfindet. |
| Leider wird nach wie vor der überwiegende Teil der im Handel angebotenen Tiere durch Wildtiere gedeckt, während gleichzeitig für indiviuenschwache Gefangenschaftpopulationen keine neuen Tiere zur Auffrischung des Genpools bereitstehen. Dabei wechselt in den vergangenen Jahren von Saison zu Saison die Art aus deren Beständen der Hauptanteil des Angebotes stammt. Zusätzlich führt die Vereinheitlichung in der Literatur häufig zu Falschbezeichnungen der Tiere im Handel. So werden zum Beispiel fast alle Tiere mit blauen Färbungselementen als Th.s.similis angeboten, da sich diese besonderer Beliebtheit erfreut obwohl bekannt ist, dass diese Unterart fast nie in den Handel gelangt und die typischen Merkmale und Unterschiede zu ähnlich gezeichneten Arten bereits in der Fachpresse diskutiert wurden. Solange der Wildfang die wirtschaftliche Gefangenschaftsnachzucht verhindert ist eine deutliche Änderung dieser Situation nicht zu erwarten. | ![]() |